Cäcilia Grossenseebach
Cäcilia Grossenseebach

G-Dur Messe von Franz Schubert

Den ersten, von den Streichern getragenen Teil des Konzerts eröffnete das Andante festivo des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Mit seinen klaren Strukturen und dem in eingängigen Sekundschritten gefassten Hauptmotiv formulierte es eine akzentuierte und verlockende Einladung an die Zuhörer. Die anschließende Sinfonietta Johann Christian Bachs füllte den Kirchenraum dann mit hellen D-Dur Klängen, zunächst im gemessenen Andante, dann mit einem eleganten und grazil musizierten Menuett. Solchermaßen zum Zuhören verführt, erwartete die Besucher mit Edward Elgars Serenade für Streichorchester in e-moll dann ein forderndes, harmonisch durchaus eigenwilliges Werk, das die musikalischen Anforderungen noch einmal erhöhte. Am Schluss stand das berühmte Adagio für Streicher und Orgel von Tomaso Albinoni. Hier gelang es dem Ensemble, die Emotionalität der punktierten Sekundschritte expressiv zu musizieren, ohne ins Pathetische abzugleiten.

 

Damit war ein gelungener Übergang zum Schwerpunkt des Konzertes, der Schubert-Messe in G-Dur, geschaffen, die in diesem Jahr ihren zweihundertsten Geburtstag feiert und den Anlass für das Konzert geboten hatte. Wer dieses Werk unvoreingenommen hört, dürfte kaum ahnen, dass es ein Achtzehnjähriger in wenigen Tagen schuf, so beeindruckend gelingt hier die Verbindung von Text und Musik.

Das Kyrie mit seiner immer wieder neu ansetzenden anabatischen Linienführung, das Gloria, welches mit einem Dominantseptakkord einsetzend immer wieder neu die (Er)lösung menschlicher Spannungen thematisiert, das Credo, welches den unisono-Staccati der Kreuzigung einen D-Dur-Auferstehungsakkord im fortissimo entgegenschleudert.

 

All diese engen Verbindungen zwischen Text und Komposition brachte der Cäcilia-Chor mit den Streichern und dem Organisten Dr. Richard Taubald unter der einheitsstiftenden Leitung von Udo Reinhart luzide und sehr differenziert zum Vortrag.

Hervorzuheben sind die Solisten, Algund Schorcht (Sopran), Udo Reinhart (Tenor) und Benedikt Al Daimi (Baß).

 

Das Publikum bedachte, als der Friedenswunsch des Agnus Dei verklungen war, Chor, Ensemble und Solisten mit lang anhaltendem, stehendem Beifall und zwang so die Beteiligten zu einer Zugabe. Diese ließen sich nicht lange bitten und beschlossen den Abend mit Mozarts bekannter Vertonung eines mittelalterlichen Elevationsgebets: Dem Ave verum.

 

Fotos: Dr. Konstantin Articus

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